Der Vortrag – ein Survivalguide

Vor einige Wochen wurde ich angesprochen ob ich nicht auf der ISO 2014 einen Vortrag halten wollte. Des war nicht die erste Anfrage dieser Art in den letzten Jahren und deshalb habe ich hier entspannt an die Sache gehen können. Dies ist aber nicht bei jedem der Fall und viele Ungeübte verzweifeln hier fast daran.

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Aus diesem Grund habe ich hier mal einige meiner Gedanken zusammen getragen um all denen zu helfen, die vor der Aufgabe stehen einen Vortrag bei einer Veranstaltung halten zu wollen oder gar zu müssen.

Die Vorbereitung

Wer sich entsprechend gut vorbereitet hat beim eigentlichen Vortrag vor Publikum weniger Streß und kann sich voll und ganz auf das vortragen konzentrieren. Zu einer guten Vorbereitung gehört bei mir neben den Vortragsfolien bzw. der Präsentation an sich, die zu 90% über einen Videobeamer ausgegeben wird auch das üben des Vortrages.

Das kann vor dem Spiegel geschehen oder das man das einfach so laut vor sich hin spricht.

Überlegt wie lang die Präsentation an sich sein soll. Wenn man z.B. 60 Minuten zur Verfügung hat gehen ca. 5 Minuten für die Einleitung / Vorstellung von einem selbst ab und nochmal ca. 10 Minuten für Fragen, die danach noch kommen können. Das sollte man einplanen. Das heißt man “redet” bei einem Einstunden Vortrag “nur” rund 45 Minuten. Mehr als 40 Folien/Seiten zu präsentieren ist also dann auch etwas viel. Man sollte hier auch je nach Veranstaltung schauen, das die Animationen, die Gimmicks aussen herum eher sparsam eingesetzt werden. Ich persönlich halte meist Vorträge mit viel Information und halte dementsprechend die Vortragsfolien recht clean und einfach. Pro Folie kommen nie mehr als 5-8 Punkte dran, weil es dann einfach zu viel für die Zuschauer wird.

kurz vorher …

Wenn ich die Präsentation z.B. in Powerpoint oder LibreOffice Impress fertig habe exportiere ich das Ganze erstmal in PDF und speichere beide Versionen auf der Festplatte des Notebooks mit dem ich präsentieren möchte, auf einem zusätzlichen USB Stick UND im Netz z.B. in der Dropbox oder einem Webserver in einem Unterverzeichnis ab. Hier am besten darauf achten, das man sich nur um EINE Datei kümmert in die alles reingepackt ist. Irgendwelche Unterordner mit zig verlinkten Bildern, Videos, Dateien, etc. sind hier eher unpraktisch und bei der Präsentation geht dann von drei verlinkten Dateien eine nicht und das ist dann blöd.

Nichts ist nämlich schlimmer als wenn ein Vortrag komplett ausfallen würde. Wenn ich die eigentliche Präsentation nämlich nicht öffnen könnte habe ich immer noch das Backup auf dem USB Stick. Wenn dieser auch nicht lesbar wäre hab ich das Ganze nochmal onlien. Fällt der Rechner komplett aus kann ich das ganze per USB Stick an einem anderen Rechner auch nochmal zeigen und falls die Tools darauf nicht installiert wären kann man immer noch die PDF zeigen. Sicher ist sicher!

Bevor man also daheim los fährt am besten nochmal alles an Hardware checken. Wenn man zur Veranstaltung kommt und nicht genau weiß welcher Beamer mit welchem Anschluss man vorfindet kann man besser mal einige Adapter von/auf HDMI und was das eigene Notebook noch für Anschlüsse hat mitnehmen. Je nachdem lohnt es sich auch mal ein Verlängerungskabel mit zu nehmen denn nicht immer liegt eine Steckdose direkt am Präsentationsplatz. Ebenso sollte man darauf achten nicht zu viel Gerätschaften am Präsetations Notebook oder Tablet an zu schliessen. Externe Festplatten oder sonstige Peripherie ist hier ungeeignet, nimmt nur unnötig Platz weg, stört dem Zuschauer, man muß es nach dem Vortrag auch wieder wegräumen, etc.

Der Vortrag

Wenn man dann den Vortrag halten soll ist es gut ein paar Minuten vorher da zu sein, das Notebook mit der Präsentation auf zu bauen und auch die Funktion einmal komplett (ggf. bei bei ausgeschaltetem Beamer) zu testen. Ebenso sollte man das Mikro mit dem man ggf. präsentiert ebenso überprüfen wie die Beamereinstellungen, etc. Auch wenn hier meist erfahrene Leute vor Ort sich darum kümmern erleichtert dies viel wenn man weiß wo die Ein- und Ausschalter sind.

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Beim eigentlichen Vortrag kann man sich dann auf das eigentliche sprechen konzentrieren. Falls man hier nämlich z.B. vom Veranstalter gebeten wird den ein oder anderen Satz zur Veranstaltung an sich zu verlieren, die nachfolgenden Vorträge an zu sagen oder sonstige Informationen zusätzlich zu präsentieren kann man hier flexibel darauf eingehen und weiss, das die eigentliche Präsentation reibungslos laufen wird.

Sicher werde ich noch den ein oder anderen zusätzlichen Beitrag zu dem Thema schreiben, aber dieses soll erstmal eine erste Einführung sein. Ich hoffe es hilft dem ein oder anderen und wie immer …. bei Fragen, fragen!

Rezension Schwarzweiß-Fotografie die große Fotoschule

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Nachdem ich mir das Buch von André Giogoli “Schwarzweiß-Fotografie Dir große Fotoschule” das erste mal durchgelesen hatte war ich hin und her gerissen. Auf der einen Seite stehen die wirklich sehr beeindruckenden Fotos in dem Buch, die Erklärungen von Anfang an, vom Umgang in schwarzweiß, dem Analogfilm, der Entwicklung bis hin zum Druck. Auf der anderen Seite kommen ein paar Dinge wie z.B. die digitale Verarbeitung meines Erachtens zu kurz. Ich bin hier zugegebenermaßen etwas pingelig und es ist wohl eher weinen auf hohem Niveau angesagt, aber da ich selbst die Schwarzweiß-Fotografie von der Picke auf gelernt habe und heutzutage etwas mehr erwarte als die Erklärungen, die man auch in alten Fotobücher findet erwarte ich da etwas mehr.

Aber fangen wir doch am Anfang an.
Das Buch ist untertitelt mit “Die große Fotoschule” allerdings ist das ein Klein wenig hoch gegriffen obwohl hier vieles von der Beschaffenheit von Filmen, Chemikalien, Belichtungsmessern und und und erzählt wird. Zu einer Fotoschule gehören meiner Meinung nach viel mehr Aspekte und das Buch wäre dann eben auch mehr als doppelt so dick. In meinen Augen ist es aber trotzdem ein sehr umfassendes Werk zum Thema Schwarz-Weiß-Fotografie und man merkt das umfassende Wissen des Autors aus der praxis. Wenn es nur und ausschließlich um dieses Thema gehen soll hat man schon alles in der Hand was man wissen sollte.

Der Autor beschäftigt sich also mit allen Aspekten des Themas und beginnt mit der Geschichte der s/w-Fotografie und gibt einen Ausblick auf die Zukunft.
Danach geht es um Bildgestaltung im Hinblick auf die s/w-Fotografie.
Die Themen Technik, Belichtung,Negativ und Datei, analog und digital, Analogfotografie und Vergrößerung, Digitalfotografie und Bildbearbeitung, Druck werden ausführlich genug abgehandelt. Auch das Thema zur Bildpräsentation kommt nicht zu kurz.

Ein bisschen schade fand ich dann bei der Bildbearbeitung, das schon sehr früh zu fertigen Filtern und Programmen gegriffen wurde und nicht erklärt wurde wie z.B. ein Sepia-Bild von Grund auf entsteht und wie man dieses dann eben digital nachbildet ohne einen fertigen Filter zu verwenden. Wie man gerade in s/w verschiedene Looks erstellt um so verschiedene Stimmungen zu erzielen kommt auch nicht in der Tiefe vor.
Was mir allerdings dann wieder sehr gut gefallen hat sind die eingeschobenen Seiten und Kapitel zur Inspiration mit Werken verschiedener anderer Fotografen wie z.B. Ansel Adams, Meiko Herrmann, John Mooney und anderen. Abgerundet wird das Ganze mit einer Liste aller Fotografen im Buch mit entsprechenden Internetseiten, Bezugsquellen und Adressen zu Laboren, Chemikalien und weiterführenden Links und Internetseiten.
Kurzum das Bch ist für alle Interressierten zu dem Thema egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene eine Bereicherung und sollte, falls man nicht noch ein altes Buch aus dem Antiquariat zu dem Thema hat, nicht fehlen.

Review Hollywood Artworks mit Dom Quichotte

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Das Videotraining “Hollywood Artworks mit Dom Quichotte” hat mich als Filmfreak und Kinoplakat Fan natürlich stark interessiert und nach den ersten Minuten des 10 Stündigen Videomaterials wusste ich, das es sich gelohnt hat. Es werden insgesamt 3 Plakate durchgesprochen. Zum einen ein etwas aufwendigeres eher verträumtes  Disney Plakat zum Kinofilm “Maleficent”. Als zweites ein etwas Steampunk mäßiges mit dem Titel “Apocalypse” und dann noch ein SciFi Plakat “2055”. Zu allen Plakaten wird vom Fotoshooting über die Bildauswahl, das verwenden von zusätzlichen Stockfotos über das Composing bis hin zum fertigen Look mit verschiedenen Stimmungen und dem einfügen der Film-Credits samt Schriftauswahl genauestens erklärt. Gerade beim Composing ist man direkt bei jedem Schritt dabei und sieht jeden Arbeitsschritt angefangen vom freistellen der Modelle aus dem vorangegangenen Fotoshooting über die Retuschearbeiten bis hin zu kleinen Detailarbeiten und Einfügend der Credits in das endgültige Plakat. Interessant ist auch zu sehen wie man Nebel erzeugt und einfügt um z.B. Tiefe ins Bild zu bekommen oder man einfach ein Fenster im Weltraum erstellt. Geeignet ist das Ganze für Photoshop Fortgeschrittene, aber auch für Anfänger ist es sicher sehr schnell erlernbar falls hier noch nicht die Techniken geläufig sind.
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Dom Quichotte hier zu zu hören macht sehr viel Spaß auch wenn an der ein oder anderen Stelle die Arbeit doch etwas langatmig erklärt wird. Gerade bei Passagen bei denen er eben retuschiert und nebenbei nicht spricht und dann auch nicht allzu viel im Video passiert kommt man schnell mal auf die Idee etwas schneller vor zu spulen.

Auf der zweiten DVD ist das komplette Bildmaterial – über 6 Gigabyte – samt dem Stockart Bildmaterial von Fotolia zu Trainingszwecken enthalten. Achtung: Die Photoshop Dateien sind für Photoshop CC und höher. Benutzer älterer Versionen haben hier ggf. Probleme alles zu öffnen. Besonders interessant fand ich in dem Zusammenhang, das man schon bei dem eigentlichen Fotoshooting dabei ist und man sieht wie z.B. schwebende Personen aus mehreren Teilen zusammen gesetzt werden und wie man bei der Retusche doch ziemlich viel Zeit sparen kann. Was mir nicht so gut gefallen hat war, das es nach dem ersten Bild “Maleficent” eigentlich bis auf ein paar Details alles recht ähnlich aufgebaut war. Hier hätte es sicher Spaß gemacht auch mal ein Outdoor Shooting mit eingebaut zu sehen oder einen etwas anderen Stil an Plakaten. Dies soll aber die Qualität nicht schmälern, denn im großen und Ganzen ist dieses Videotraining schon recht ordentlich.
Alles in Allem wird man viel Spaß beim erstellen der Plakate bzw. DVD-Inlays haben und vielleicht findet sich das ein oder andere Plakat ja auch bald an der Wand. Für knapp 40,- kann man bei einem Videotraining aus dem Galileo Verlag eigentlich nichts verkehrt machen.

Review: Ubuntu Server 14.4 LTS

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Als ich das Buch “Praxisbuch Ubuntu Server 14.04 LTS” in die Hand nahm fühlte ich mich allein schon vom Umfang her an “den Kofler” erinnert. Das rund 700 Seiten starke Buch aus dem Galileo Verlag wurde von Charly Kühnast und Daniel van Soest – zwei Männern aus der Praxis, nämlich beides selbst Linux Administratoren – geschrieben und die Erwartungen waren entsprechend hoch. Unterteilt ist das Buch in die sechs Teile Grundlagen, Installation, Small-Business-Server, Home-Server und Werkzeugkiste. Etwas ungewöhnlich, aber bei genauerem durchlesen sind die ersten Kapitel in denen es zuerst einmal um den Administrator an sich, das Arbeitsumfeld und rechtliches geht. Aber keine Angst es sind nur wenige Seiten. Wie auch hier tauchen später immer mal wieder kleine Abschnitte zu Theorie oder praktischen Themen auf.
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Hier werden dann die eigentlichen Grundlagen vertieft und wichtiges im Detail erklärt. Der Schreibstil ist hierbei sehr angenehm, kurz und auch bei trockenen Themen wie dem OSI Schichtenmodell geht die Zeit trotz allem schnell rum. Interessant wird es nach den Grundinstallationen dann im Teil 4. Gerade in kleinen und mittelgroßen betrieben kommt ein Small-Business-Server gerne zum Einsatz und Themen wie Lastverteilung, LDAP, Proxy, Protokollierung, Sicherheit, VPN, FTP und Druckserver kommen hier nicht zu kurz und werden eben vor dem Hintergrund des Firmeneinsatzes erläutert. Wer einen Ubuntu Server aber lieber zu Hause als Medienserver, ownCloud, Blog, oder kleinen Hausautomatisierungs-Server zur Temperaturmessung verwenden möchte wird auch hier nicht allein gelassen. Im Kapitel mit der Überschrift “Werkzeugkiste” findet sich dann alles was man im Laufe der Jahre als Administrator so lernt und zusammen trägt wie z.B. Netzwerkdiagnose und der Umgang mit der bash samt Tools wie grep, locate, sed, etc.

Mir persönlich hat der Aufbau des Buches sehr gut gefallen, denn wenn wir mal ehrlich sind befassen sich viele Systemadministratoren auch privat viel mit Linux und so kann man mit diesem einen Buch berufliches und privates gut vereinen. Es ist für jeden etwas dabei ohne, das die einzelnen Kapitel zu knapp erklärt werden. Im Gegenteil. Gerade wenn es um die Installation von einzelnen Tools wie z.B. des Backup-Servers Bacula geht wird trotzdem die Installationsroutine nochmal gezeigt und die Konfiguration erklärt. Während im “Kofler” zum Thema Backup lediglich rund 20 Seiten drin sind, sind es hier fast 4mal soviel.
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Als Fazit kann ich nur sagen: WOW! Echt geiles Buch, dessen Anschaffung sich echt lohnt und es ist echt schwierig sich zu entscheiden ob man eher zum allumfassenden allgemeineren aufgestellten Kofler oder zum Praxisbuch von Kühnast und Soest greift. Ich persönlich würde heutzutage eher zu diesem Buch hier greifen, denn es ist wirklich Praxisnah geschrieben, nicht überfüllt mit ALLEM was es gibt sondern sich auf alles zu beschränken was man braucht.

Review: Entfesseltes Blitzen von Tilo Gockel

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Eigentlich ist das Buch von Tilo Gockel “Entfesseltes Blitzen – Techniken für kreative Blitzfotos” aus dem Galileo Verlag etwas zu dünn und zu quadratisch geraten dachte ich als ich es eben das erste mal aufgeschlagen habe. Allerdings steht in den 8 Kapiteln auf den rund 250 Seiten eine Ganze Menge drin. Zuerst fängt es mit einem kleinen Aufwärmkapitel “Crashkurs Blitztechnik” an. Es werden schon erste Aufnahmen, die man mit einem Aufsteckblitz und verschiedenen Positionen entweder zu Hause im Homestudio oder draußen machen kann gezeigt. Dann wird die Technik etwas mehr im Detail erklärt. Schlitzverschluß, HSS, Supersync, TTL, FEC und Gang Light  werden hier erklärt, was man meiner Meinung nach auch gern mal überblättern kann und zu interessanteren Themen wie Lichtformern gehen kann. Hier war ich leider ein bisschen enttäuscht, weil es erst um das Thema Bouncing ging und dann im selben Kapitel die Bildbearbeitung mit Camera RAW und Photoshop besprochen wird um dann kurz auf Tipps und Tricks zurück zu springen. Dann geht es weiter zum Schirm und dem Boomstick, der Softbox und dem Boomstick, dem Ringblitz bzw. mehrere Aufsteckblitze im Kreis angeordnet, Farben und Muster sowie Aufnahmen in der blauen Stunde, dem fotografieren eines Burgers im American Diner abgewechselt mit Schmuck, Gegenlichtaufnahmen bei untergehender Sonne, den typischen Models und Autos Fotos und was dabei zu beachten ist sowie HSS Aufnahmen mit Wasser, Mehl und Stroboskoplicht. Zu den verschiedenen Aufbauten bzw. Bildrezepten werden jeweils der Aufbau und Durchführung gezeigt. Wie der Untertitel bereits beschreibt ist dieses Buch eher als Rezeptbuch mit vielen Exkursen und Tipps zu verstehen. Deshalb wirkt es auch in weiten Teilen nicht ganz so strukturiert wie manch andere Bücher zu dem Thema, sondern es wird von einem Blitzrezept zum anderen gesprungen und wenn es ggf. etwas weiterführendes zur einen oder anderen technik zu erzählen gibt wird dies eingestreut.
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Manchmal ist dies etwas schade, denn es werden nicht ALLE möglichen Lichtformer erklärt und wie die Unterschiede da aussehen und an der einen oder anderen Stelle vermisst wie ein solcher Aufbau mit einem, zwei oder drei Blitzen aussieht, das man den Aufbau solcher Setups besser versteht aber alles in allem ist das Buch schön gelungen und die teilweise recht guten Fotos entschädigen für so manches.
Wer also schnell zu vorzeigbaren Ergebnissen kommen möchte ist hier genau richtig. Als Erweiterung würde ich hier allerdings noch das ein oder andere Werk von Eberhard Schuy, Scott Kelby oder “das Canon Speedlight Handbuch” anschauen.

Das Buch 2013 oder grillen mit Paul

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Hier eine kleine Geschichte über eine Buchvorstellung der etwas besonderen Art von und mit Paul Ripke. Für mich war es ein schöner Abend weshalb ich es so wie ich es erlebt habe versuche wieder zu geben.

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Als ich in der Abenddämmerung durch die 30er Zone in einem Wohngebiet mit durchscnittlich 50-100 Jahre alten Häusern und ebenso alten Bäumen fuhr wusste ich noch nicht was mich erwartet. Es soll im Institut für Meditation stattfinden hies es. In der Straße gab es noch Fußpfleger, Orthopäden und ähnliches. Man hatte das Gefühl als ob jeder in Heidelberg irgendwann mal irgendwas medizinisches angefangen hat zu machen und dann in dieser Gegend gelandet ist, naja. Zum Glück hatte ich in einer der Einbahnstraßen direkt neben der Adresse einen der SEHR wenigen Parkplätze gefunden. Also erstmal links neben dem haus durch den Hof durch eine Holztür, die an einen Lattenzaun eines Vorstadtgartens erinnert denn da hinten sind Leute. Standesgemäß geht natürlich das grelle Licht eines BewegungsmelderFluters an. Noch ist der Garten recht leer. Paul steht schon am Grill und feuert kräftig an. In einer hellblauen Babybadewanne liegt das Bier im Crushed Eis kalt.

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Paul begrüßt jeden per Handschlag und kümmert sich zwischendurch um den Grill. Aussen um den Garten herum sind schon einige Prints zu sehen, die an Wäscheleinen und an dem schon etwas brökeligen Zement der Terrasse aus den warscheinlich 60er Jahren mit rosa und Neongelben Klebeband festgemacht sind. Im Garten verteilt stehen alten Stühle aus Korb, Holz, Metal, Bänke, eine Ledercouch, rote Plüschsessel, und ein paar Bierbänke bunt gemischt. Es wird langsam so richtig dunkel. Im Garten sind nur ein paar Feuertöpfe aufgestellt sonst sieht man nur etwas, weil ein Videobeamer auf einem Hochtisch wie man es von manchen Currywurstbuden kennt steht und die Zahl “2013” auf eine Papiertischdecke projeziert, die wiederum an einem Handball Tor festgemacht ist welches auf dem Geländer der Terrasse steht. Es wirkt etwas wie eine Studentenfilmparty oder so.

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Nachdem die Würstchen gar sind und sich alle eine Wurst bei Paul abgeholt haben nimmt dieser das Mikrofon in die Hand, setzt sich auf einen der vorderen Schwingstühle, nimmt sein Macbook auf den Schoss und fängt an zu erzählen. Er erzählt einfach wie es zu diesem 500 Seiten starken Bildband gekommen ist, wie er das große Glück hatte die Welt zu bereisen und mit einer Kamera und einem einzigen Objektiv diese Fotos machen zu können. Ich glaube erst wenn man diese kleinen Anekdoten zu den Bildern kennt macht das ganze erst Sinn. Auch ich hab mich in vielen dieser Geschichten wieder erkannt. Schön fand ich u.a. die Erkenntnis, das auf dem Wacken fast alles ITler sind was ich bestätigen kann und der Rest meiner Arbeitskollegen mit den langen Haaren und der tiefen grollenden Stimme sicher auch.

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Nach dem kurzen Einblick in die Geschichte zu den Bildern im Bildband gab es dann eben diesen Lang ersehnten. Paul stellte sich kurzerhand an einen dieser Currywurstbuden Tische, signierte artig jedes Ihm vorgelegte Buch und dazu konnte man sich noch einige der Prints aus dem Buch auch signieren lassen. So konnte eigentlich jeder auch wenn er kein Buch mitnehmen konnte oder wollte sich trotzdem ein persönliches Autogramm abholen.

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Irgendwie war das Ganze aber trotz der chilligen Atmosphäre doch recht surreal, denn es waren z.B. vor mir eine Familie mit Ihrer Tochter. Alle hübsch gestylte, Mutter aufgetakelt und mit Schmuck behängt. Die Tochter hat wohl gerade so im Abituralter mit dem fotografieren angefangen und die Mutter stand dem Vater im Weg, der mit dem neuen Smartphone mit dem er aber nicht umgehen konnte wild um die beiden herumgelaufen ist und immer zigmal auf das Display getouched hat und dann irgendwann mal ein Foto entstanden ist. Die Mutter stand natürlich immer im Weg und ging auch nicht weg als der Vater Sie am Arm immer wegziehen wollte. Die Tochter wollte eigentlich nur die Signatur und die Mutter doch unbedingt noch mehrere Selfies. Hatte irgendwas von Poppstar aber nicht von einem Mittdreissiger Fotografen, der im Garten seines Elternhauses während die Mutter nichts davon weiß eine Buchverkaufs Session mit Würstchen und Bier macht. Eigentlich war es im Nachhinein schade, das nicht doch die Polizei wegen Ruhestörung in diese wirklich ruhige Vorstadt Wohngegend kam.

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Alles in Allem eine supercoole Aktion wo sich manch ein durchgestylter Fotoworkshop Trainer eine Scheibe von abschneiden kann – K.I.S.S. – Keep it stupid simple. Im Grunde hat er nur 800Kg Bücher, Würstchen, Bier, einige hundert Ausdrucke, Klebeband, einen Ghettoblaster mit Mikrofon und einen Videobeamer samt Macbook im Gepäck. Damit kann man schon mal einen Abend lang den Garten mit mehr Gästen als er bei seiner Hochzeit im selben Garten hatte verbringen.

Wieder zu Hause angekommen habe ich mir noch einen Kaffee gemacht und die Reste meiner Salami Pizza genossen während ich durch das “2013” Buch auf der Terrasse geblättert habe. Es wird mit Sicherheit noch einiges zu dem Buch geschrieben und gesagt werden, aber das Hervorstechendste wird wohl sein, das auf den knapp 500 Seiten eben NUR Bilder aus Paul Ripkes Leben und Reisen von 2013 zu sehen sind. Kein Text, keine weisen Worte oder sonstiges. Alle Bilder Seitenfüllen ohne störende Ränder. Kein Platz wurde sinnlos verschenkt. Da ist dann viel Platz für Interpretationen, Erklärungen oder eben auch nicht. Enjoy. Das Ganze ist natürlich an anderen Orten auch noch verfilmt worden und die Geschichten auf vimeo. So ist das gesamtpaket eine runde Sache.

Ich weiss jetzt auch was ich demnächst mit meinem Videobeamer im leeren Pool machen werde. Have fun.

Die Ice Bucket Challenge

Zur Zeit ist ja die Ice Bucket Challenge des ALS Projektes in aller Munde und wird zum Teil ja auch diskutiert. Auch ich bin von Christian Engl einem Fotokollegen nominiert worden und dachte mir, das das ALS Projekt im Moment zumindest genug Aufmerksamkeit erfahren hat und das es doch auch andere Organisationen gibt, die man unterstützen kann.

Deshalb habe ich zuerst einmal natürlich dem Tutu Projekt, der Universiät des Saarlandes und hier im speziellen der Kinderklinik und der Unicef für Ihre Brunnenprojekte etwas gespendet.

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Ich hoffe, das hier das Geld gut angelegt ist und man sich darüber freut.

Und wer zum Abschluss noch das dazugehörige Video sehen möchte, bitteschön:

Review: Modernes Webdesign mit Jonas Hellwig

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Das Videotraining Modernes Webdesign mit Jonas Hellwig aus dem Galileo Verlag beschäftigt sich laut Aufdruck auf der Hülle mit neuen Workflows, Techniken und Designideen, Rapid Prototyping, Responsive Design und erweiterten CSS Techniken. Das hört sich auf den ersten Blick für Einige recht verwirrend an. Wenn man sich aber z.B. vorher kurz die Beispielkapitel auf der Seite von Galileo Design einmal angeschaut hat wird einiges klarer und man wird feststellen, das es um das konzipieren, designen und schnelle erstellen von komplexen Websites (Rapid Prototyping) geht ohne hierbei allzu viel auf das reine programmieren ein zu gehen. Es werden in den 12 Stunden Gesamtspielzeit Themen wie Arbeitsabläufe, Designkonzept und Layout, Gestaltungsraster zum Aufbau von Webseiten, Prototyping mit Tools wie Bootstrap und Foundation, Typografie, Farbe, Farbstile und Grafiken besprochen. Hierbei geht es primär darum einen Ganzheitlichen Überblick zu dem Thema zu schaffen ohne zu arg ins Detail zu gehen. Man merkt dies z.B. im Kapitel über Farbe, da hier zwar über Farbkonzepte, Weißraum und Verläufe gesprochen wird Grundlagen der Farbwahrnehmung wie Sie z.B. im Buch “Grafik und Gestaltung” beschrieben werden nicht vertieft werden. Ebenso wird zwar angesprochen wie man mit CSS Seiten gestalten kann, aber die Grundlagen HTML, CSS und weitere Techniken werden nicht weiter angesprochen. Dies ist nicht Ziel dieser DVD.
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Mit diesem Videotraining werden eher Webdesigner angesprochen, die schnell zu einem vorzeigbaren Ergebnis kommen möchten. Gut finde ich bei dieser DVD den modernen Erzählstil, der ähnlich einem Workshop oder Vortrag ist. Auf der DVD selbst sind zu fast jedem Kapitel die entsprechenden Beispiele enthalten an denen man dann aktiv basteln kann. Ebenso ist eine Datei mit allen angesprochenen Links – bis auf Bootstrap und Foundation - die enthalten so das man sich die Links nicht umständlich aus dem Video kopieren muß.
Im letzten Kapitel werden dann noch CSS Präprozessoren angesprochen. Dies ist für den erfahrenen Webdesigner sicherlich sehr interessant, ich persönlich hätte mir an dieser Stelle allerdings eher ein Kapitel über das Zusammenspiel zwischen Bildern, Farbe und Text oder Textaufbau im SEO-Zeitalter oder ähnliches gewünscht und das Beispielprojekt noch etwas weiter ausgebaut.
Alles in allem ist diese Workshop DVD für den Webdesigner mit etwas Grunderfahrung, der nun den Weg zu geplanten und etwas umfangreicher konzeptionieren Webauftritten genau das Richtige. Wer mit Grundlagen der Web-Programmierung, Grafik Design und anderen Techniken noch nicht so arg vertraut ist wird sich noch die ein oder andere Workshop DVD oder Buch zulegen.

 

Was ist in meiner Kameratasche 2014

Es ist schon eine Zeit lang her, das ich auf youtube ein Video gepostet hatte in dem ich über den Inhalt meines Fotorucksacks etwas erzählt hatte. Seit Damals hat sich einiges geändert und so gibts nun ein update:

Und wer wie immer noch mehr zu Kamerataschen und Rucksäcken und Koffern und was weiß ich nicht noch alles für Behälter wissen möchte schaut wie gesagt mal bei www.Taschenfreak.de vorbei. Viel Spaß.

Rezension: Grafik und Gestaltung

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Als ich mir das Buch “Grafik und Gestaltung – das umfassende Handbuch” zugelegt hatte wollte ich ein Buch, welches mir bei der Gestaltung von Drucksachen genauso wie bei Webdesign hilft. Als ich das über 700 Seiten starkes Buch von Markus Wäger aus dem Galileo Verlag dann in den Händen gehalten habe hat es mich fast umgehauen! Nicht nur vom Gewicht und dem Umfang her. Der Autor beginnt wie so oft am Anfang mit Grafikdesign, Wahrnehmung, Form, Farbe und geht dann über zu Kapiteln über Bild, Schrift, Lesetypografie, Gestaltungsrastern bis hin zu Corporate Design und Druckvorstufe. Also eigentlich genau die Reihenfolge, die man in entsprechenden Arbeitsprozessen auch hat. Jedes Dieser Kapitel ist allerdings sehr detailliert und umfangreich bis ins Detail erklärt. Ich hatte beim lesen viel Spaß, weil jeder Sachverhalt immer nicht nur an einem Bild oder Grafik, sondern immer an mehreren Bildern, die dann auch vergleichend abgedruckt waren gezeigt wurde. So war jeder Zusammenhang sei es im textlichen oder bildlichen Bereich sehr gut nachvollziehbar. Wer z.B. schon mal mit Photoshop gearbeitet hat wird sich mit entsprechenden Farbräumen beschäftigt haben, die einem gerade beim laden von Bildern angeboten werden. Neben den RGB Farbraum gibt es ja auch noch den HSB und LAB Farbraum. Diese werden ebenso wie der sRGB, der Adobe RGB oder der ProPhoto RGB Farbraum erklärt und anhand von Beispielen verdeutlicht. Das Buch ist sehr umfangreich und umfassend geschrieben und es bleibt kein Bereich unbehandelt. Dabei hat man aber nie das Gefühl, das es zu abgehoben oder zu Lehrbuchartig geschrieben ist. Man kann hiermit sehr praxisnah arbeiten und wenn man z.B. ein Logo designt, eine neue Schrift für die Corporate Identity der Firma sucht oder Plakate und Flyer gewinnbringend aufbauen möchte. Einzelne Bereiche kommen immer mal wieder in anderen Büchern vor, aber in dieser Tiefe und in dem Umfang habe ich es noch nicht gefunden.

 

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Besonders nett fand ich auch den Bereich zu Schrift und Typografie, denn hier merkt man auch die Leidenschaft des Autors. Nicht nur die Historie einzelner Schriftarten sondern auch Beispiele aus wichtigsten Schriften sind abgebildet sodass man hier die Unterschiede sieht und falls man für sein eigenes Projekt eine Schrift sucht sieht man sofort wie diese auch aussieht, in welche Ära diese anzusiedeln ist und ob Sie sich auch für den Businessbereich eignet. Gerade durch die vielen Beispiele eignet sich das Buch hervorragend als Nachschlagewerk und zur Inspiration. Egal ob als Autodidakt, bei der Ausbildung oder Studium oder im Beruf wird dieses wirklich umfassende Buch in keinem Schrank eines Grafik- oder Webdesigners fehlen dürfen.
Für knapp 40,- erhält man hier also wirklich ein sehr umfassendes Werk, welches man auch immer wieder durchblättert um sich inspirieren zu lassen oder einfach mal etwas nachschlägt. Einfach ein gutes Buch.